
Wer die Lausitz bereist, wird schon durch die zweisprachige Beschilderung von Orten, Bahnhöfen, Straßen oder auch Landkarten auf die Einmaligkeit dieses Gebietes aufmerksam.
In diesem Teil Deutschlands ist ein slawisches Volk beheimatet. Es sind deutsche Staatsbürger, deren Muttersprache Sorbisch ist. Sie gehört der Familie der slawischen Sprachen an. Sorbisch wird neben der deutschen Sprache gesprochen und an über 50 Schulen in Sachsen und Brandenburg gelehrt.
Gegen Ende der Völkerwanderung verließen germanische Völker den Raum östlich von Elbe und Saale. Ab etwa 600 rückten vom Osten her Slawen nach, die aus ihrer Urheimat –nördlich der Karpaten, vermutlich zwischen Weichsel und Dnjepr – aufgebrochen waren. Da sich ihr Herkunftsgebiet bis heute nicht eindeutig lokalisieren lässt, wird die ursprünglich slawische Gemeinschaft am ehesten in einer – von den Linguisten rekonstruierten – urslawischen Sprache sichtbar.
Die Sippenverbände wanderten in verschiedene Richtungen, nach Osten, Süden und Westen. Etwa 20 Stämme, welche die sorbische Gruppe bildeten, siedelten sich zwischen Oder/Bober/Queis im Osten und dem Maingebiet an. Der gemeinsame Eigenname dieser Stämme war Sorb / Sarb / Serb, hergeleitet von „sr�ba�“ (schlürfen). Im Zuge der deutschen Ostkolonisation im 12./13. Jhd. wurden die am weitesten westlich gelegenen Gebiete rasch germanisiert, von der einstigen Existenz slawischer Siedler zeugen heute nur noch die Ortsnamen in der sog. Germania Slavica, die bis nach Bamberg und Bayreuth reichen. Ihre Sprache, Kultur und Tradition bewahren konnten allein die Sorben in beiden Lausitzen. Die Niedersorben, Nachkommen der einstigen Lusizer, brachten den Namen „Lausitz“ (= sumpfiges Land) mit. Ab dem 15. Jahrhundert wurde er auch für das Siedlungsgebiet der Obersorben benutzt (bis dahin Land Budissin bzw. Land Görlitz), die als Nachkommen der Milzener gelten. Die unterschiedlichen Sprachen – Ober- und Niedersorbisch – erklären sich durch die abweichenden Zuwanderungswege der beiden großen Stämme.
Sorbische Kulturinformation
Wikipedia / Sorben
Die Sorben als nationale Minderheit in Deutschland
Domowina
Sorbisches Institut