Leidenschaftlicher Tanz und große Gefühle
Papenburg. Langsam verschwindet die Sonne ganz hinter dem großen Herrenhaus, während Fackeln den Weg in den Barockgarten weisen. Als die Melodie von "Barcarole - Schöne Nacht, du Liebesnacht" aus der Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach einsetzt, hat das Sorbische National-Ensemble die über 600 Gäste im Barockgarten von Gut Altenkamp in Aschendorf längst in seinen Bann gezogen...
Vor der einzigartigen Kulisse des über 200 Jahre alten Parkgeländes erlebten die Besucher ein gelungenes Zusammenspiel aus Ballett, Orchester, Chor und Solisten. Mehr als 100 Künstler begeisterten mit Melodien, die sofort ins Ohr gehen und auch Nicht-Opernkennern bekannt sein dürften...
Unterstützt durch aufwendige Kostüme, präsentierte sich das Ensemble unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Rögner dem Publikum mit großer Leidenschaft und Feinfühligkeit. Chor und Solisten hauchten den alten Melodien neues Leben ein. Moderatorin Kristina Nerad führte charmant durch das Programm und gab eine kurze Einführung in die Welt der Oper. Am Ende würdigten die Zuschauer die Künstler mit stehenden Ovationen...
Osnabrücker Zeitung, 22.08.2010, Tanja Plock
Französische Nächte mit Regenschauern
...Ein Duet aus "Lakme" von Delibes wurde mit Bravorufen belohnt...Ausschnitte aus "Carmen" ließen den Regen kurzfristig stille halten. Jeder kennt und liebt sie, lässt sich im tänzerischen Zwischenspiel treiben...Und natürlich schlägt "Klein Zack" mächtig ein, ist der überbordende Höllenchor willkommen. Danke für rundum tolles Bühnengeschehen. Fuciks furioser Gladiatoren-Marsch und das fulminate Feuerwerksgeschehen bendeten die Musiknacht.
Sächsische Zeitung, 16.08.2010, Crista Vogel
Ungarische Nacht mit Donner
Bützfleth. Stampfende Füße, jauchzende Geigen und Lagerfeueratmosphäre - auf der Freilichtbühne in der Festung Grauerort in Bützfleth wurden am Donnerstagabend die "Ungarischen Nächte" gefeiert. 900 Zuschauer sangen und klatschten mit, bis ein Gewitter die Veranstaltung vorzeitig beendetet...
Stader Tageblatt, 21.08.2009, mf
Mit Schmelz und Dramatik
"Ungarische Nächte" zeigen Ungarn durch die Brille der Operette
Bützfleth. Das war Oprette, gesungen und dargeboten, wie es das Herz von Kennern dieses Genres nur erfreuen konnte...Das Flair von Ungarn - bei den "Ungarischen Nächten" wurde es vor allem durch die Brille der berühmten Operettenkomponisten in die Festung Grauerort gerufen. Und das gelang, stark gänsehautverdächtig: mit Solisten, die Pfeffer in den Hosen und unter den fliegenden Röcken hatten bei den schmissigen Nummern und das nötige Gefühl für die melancholischen Momente...Zwischendurch sorgte das Ballett des Sorbischen National-Ensembles für farbenprächtige Abwechslung - wie sich das für die klassische Operette gehört...
Stader Tageblatt, 21.08.2009, Dr. Janine Rehbein
Furiose Ungarische Nächte in Schmochtitz
...Drei klassische Operetten-Glanzlichter reichten sich die Hände mit Instrumentalem von Léo Delibes, Franz Liszt und Johannes Brahms. Klangfülle der Romantik hielt Hof. Temperament und Qualität trafen sich in der Ouvertüre zu "Gräfin Mariza" von Emmerich Kálmán, die den Reigen mit spritzig vertanztem Pusztafeuer in Rot-Schwarz eröffnete...Federleicht und im klassischen Rot-Weiß kreierten Tanzpaare den Coppélia-Csárdás, waren sie schwebende Puppenfinesse...Großen Beifall erhielt das Riesenorchester für Bestqualität in Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 2. Später erfreuten die Ungarischen Tänze Nr. 7 und 5 von Brahms, wo bekannte Klassik sich mit sensibler Tanzkunst paarte. Mit Präsenz, Grazie und herausragendem Engagement schmückten Tänzerinnen und Tänzer die Programmfolge...Ob Soli von wunderfeinen Mädchen oder vom Liebesaus, ob im duettmäßig strahlenden Schwalbenduett - Renner auf Renner ließen "Tausend kleine Engel singen"...Im großen Offenbach-Finale-Ausblick auf 2010 endete die Nacht mit Can-Can-Turbulenz im überbordend fantasiereichen Feuerwerkzauber mit Lichtfontänen, Sternenregen und Nachthimmelrosetten.
Sächsische Zeitung, 17.08.2009, Crista Vogel
Festival mit Rossini und Feuerwerk
Stade-Bützfleth...Das "Schönste vom Schönen" wurde für die "Italienischen Nächte" ausgewählt, die im Sommer in Schmochtitz bei Bautzen Premiere feierten, darunter eindrucksvolle "Rigoletto"-Arien (tragische Oper von Giuseppe Verdi), eingängige Melodien aus der romatischen Verdi-Oper "Der Troubadour" und der Johann-Strauß-Operette "Eine Nacht in Venedig", die spritzige Ouvertüre des Melodrams "Die diebische Elster" von Giaochino Rossini und die Symphonie Nr. 4, "Die Italienische", von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Rögner "eine der schönsten" nennt.
Am Ende gab es eine schöne Überraschung für die Besucher: das Feuerwerk im Nachthimmel über der Festung Grauerort.
Stader Tageblatt. 28.08.2008, sal
Südländisches Temperament in Schmochtitz
...Erste Bravos erhielt die Sopranistin für ihre "Glöckchenarie" der Gilda aus Rigoletto, in der sie alle Register feiner Stimmkultur zog. Der Männerchor beeindruckte in Gemeinsamkeit mit dem wandlungsreichen Tenor in "Duca, Duca". Und Puccinis Duett "Wie eiskalt ist dies Händchen" war überströmende Liebeslyrik. Beifallssovationen steigerten sich, krönten die in toller Choreografie vertanzte Ouvertüre zu "Die diebische Elster". Das Ballettkorps war qualitätsreiche Bereicherung reiner Instrumentalstücke, das hier mit Markanz und spielerischer Leichtigkeit farbenfrohe Akzente setzte...Und Kostüme aller Art waren Wunderwerke der Ausstattungskunst...Solisten jubilierten Koloraturschönheit in höchsten Lagen. Der Chor kreierte eine musikalische Hochform. Leidenschaft blühte prächtig auf, ob im bravourös spielenden Orchester oder im Ballett, das von Walzerklassik bis zu modernem Ausdruckstanz gefiel...Und das festliche Feuerwerk, passend zu ausgewählter Musik, wurde mit Strahlenfontänen, Glitzersternen, mit riesigen Rosetten und Lichtfinessen am Nachthimmel zum Erlebnis der Sinne.
Sächsische Zeitung, 07.07.2008, Crista Vogel
Amerikanische Nacht begeistert
...Frischer Sound von Leroy Anderson trug das Ballett in die lustvolle Gestaltung von "A Trumpeters Lullabby". Entstanden in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts und aus Hollywood-Produktionen stammend, waren sein "Blue Tango" rhythmische Finesse in fantastischen Kostümen, sein "Typwriter" ein kesser Paartanz ums Büroniveau, die bestens ankamen...Das Sängerehepaar Carla und Michael Nicholson, eben von einer Tournee zurückgekehrt, erfreute als Maria und Tony mit Ausschnitten aus Bernsteins West Side Story, uraufgeführt 1957 in new York...Ihr gemeinsames "Tonight" glänzte mit Liebespathos und zauberhaftem Ballettflair. Das setzte sich in Gershwins "Rhapsodie in Blue" fort, die instrumental und tänzerisch zum Hochgenuss wurde. Beeindruckend die Saxophonbesetzung, die sich mit Sinfonik paarte. Locker und prägnant das Gesamtgeschehen, ob swingend und bluesartig, expressiv vertanzt oder dem gediegenen Ausdruckstanz verbunden...Die Zuschaeuer waren begeistert, wie die langanhaltenden Standing Ovations am Ende zeigten.
Sächsische Zeitung, 09.07.2007, Crista Vogel
Die Russischen Nächte des Sorbischen National - Ensembles boten anspruchsvolle Orchesterstücke und Tänze in Schmochtitz
(Sächsische Zeitung vom 03.07.06)
Nach Spanischen Nächten im Vorjahr lockt das Musikfest Schmochtitz in diesem Jahr mit Russischen Nächten. Die Bühne im Geviert der Gebäude des Bischof-Benno-Hauses bietet im Umfeld dieser Musiknächte zahlreiche Veranstaltungen. Ein Kocor- und ein sorbisches Rockoratorium, ein Kindermusical mit dem Familiensonntag, Mozarts c-Moll-Messe erklingt in Hoyerswerda. Höhepunkt des Musikfestes sind jedoch die Russischen Nächte mit anspruchsvoller Musik und passender gastronomischer Betreuung. Am Freitag war Premiere, auch wenn kalter Regen am Nachmittag und ein Fußballkrimi unmittelbar vor dem Auftakt noch manche Besucher zurück hielt.
Die Messlatte hoch gelegen
Kristina Nerad führt durch das Programm des Sorbischen National - Ensembles aus Bautzen, das St. Petersburg als "Wiege der russischen Musik" zum Klingen bringt. Glinka, Tschaikowski, Rimski-Korsakow, Borodin, Schostakowitsch, Rachmaninow... Dirigent und Ensemble-Intendant Wolfgang Rögner hat die Messlatte hoch gelegt. Sein Orchester, zusammen mit den Musikern des Theaters Liberec, stellt sich mit Elan den großen Aufgaben. Dabei finden die Musiker zu Ausdrucksstärke und Klangfülle, charakterisieren die Kompositionen entsprechend. Kairschan Scholdybajew (Tenor) und Andrey Grabovsky (Bass) verstärken mit kraftvollen Stimmen den musikalischen Part.
Ob als Gremin oder Lenski mit Ausschnitten aus Fürst Igor, Nacht oder Schneeflöckchen, Scholdybajew und Grabovsky finden sich in den Rollen und Gestalten ansprechend. Ihre Arien sind, ebenso wie die Orchesterwerke, durchaus populär, bleiben aber weit entfernt von leichter Kost mit Estradencharakter.