Flotte Klänge zum Jahreswechsel
Einbeck...Mit Paul Linckes schmissigem Marsch "Im Olympischen Dorf" stellte sich das voll besetzte Orchester vor: Eine exakte Streichergruppe als Klangbasis, intonationsreine, kräftige Blechbläser, eine weich klingende Holzbläsergruppe, sonore Bässe und dezentes Schlagwerk. In "One the Street White You live" aus F. Loews "Fair Lady" bot das Orchester eine einfühlsame Begleitung für Peter Diebschlags kräftigen, über eine Verstärkeranlage noch überhöhten Tenor, der hell und klar verständlich über den Orchesterklängen schwebte.
Komödiantischen Charme bot die Tanzgruppe in P. Linckes humorvollem "bis früh um Fünfe", mit rundem, vollem Streicherton ließ Emilio Percan "Wiener Capricen" erklingen: die einschmeichelnde Catherine der Geige und die hochvirtuosen, eingefügten Zwischensätze leuchteten hell über den der Solostimme gut angepaßten Orchesterklängen...Als Ganzes: ein buntes, abwechslungsreiches Programm aus der - immer wieder gern gehörten und wohl auch gern gespielten - Musikwelt der "leichten Muse", nicht in öder Routine geboten, sondern mit vollem Engagement unter der exakten Leitung Dieter Kempes...
Einbecker Morgenpost, 10.01.2011, D.A.
Orchester, Ballett und Sologesang
Künzelsau...Was die Sorben, übrigens eine der vier letzten in Deutschland lebenden nationalen Minderheiten, auf die Bühne der Künzelsauer Stadthalle zauberten, begeisterte das Publikum durchweg. Das Orchester glänzte instrumental mit einem Potpourri. Tenor Peter Diebschlag und Violinist Emilio Percan imponierten mit ihren Soli ebenso, wie die farbenfrohen und bezaubernden Tänzer und Tänzerinnen, die über die Bühne schwebten und ein Stück sorbisches Kulturgut zum Leben erweckten. Beim "Tango" von Isaac Albéniz schien das Publikum die Luft anzuhalten. Das Tanzpaar bot in atemberaubendem Outfit eine Glanzleistung.
Echo am Sonntag, 09.01.2011, jan
Musikalische Hochstimmung zum Neujahr
Wil...Zwei Solisten boten herausragende Auftritte. Gleich mehrfach zeigte sich Peter Diebschlag mit seiner überaus wirksamen Tenorstimme...Mit einer Glanzleistung zeigte sich weiter Emilio Percan auf seiner Violine in mehreren Auftritten. Der Name des ersten Ballettstückes "Bis früh um Fünfe", sorgte für erste Hochstimmung und durfte wohl zahlreiche Gäste an die lange Silvetsernacht erinnert haben...Im zweiten Teil nach der Pause kam das Publikum auch noch in den Genuss einer Tangoaufführung seitens eines Ballettduos, gefolgt vom Lagunenwalzer von Johann Strauss...Den langanhaltenden Applaus konnte das Publikum beim abschliessenden Radetzky-Marsch noch verstärken.
infowilplus.ch,03.01.2011, Niklaus Jung
Mit Operetten-Melodien ins neue Jahr
Bautzen...Musical-und-Operetten-Renner trumpften und packten die winterfesten Gäste mit Loewes "Lady"-Musical, womit Peter Diebschlag sofort GunstgewannBallin
toller Choreografie "Bis früh um Fünf" auf engstem Raum kesse Spaßeffekte auslöste...Später punktete der "Lagunenwalzer" von Johann Strauß (Sohn) mit einer unerschöpflich vielfältigen Melodienkette, war nur einer aus 168 Walzerschöpfungen...Sorbische Stücke erklangen, in denen das Ballett mit anspruchsvollen Tanzbildern aufwarte. Bonbons waren die Kocor-Stücke in Bearbeitungen von Liana Bertók wie das Andante oder die scherzhafte "Erinnernung an Weihnachten" mit Emilio Percan. Die ersten zarten Bravos waren hoch verdient. Steigerten sich überaus stark im fulminanten Albeniz-Tango und feurigen Monto-Czardas. Ohrwurmstimmung knisterte. Es stimmte einfach das künstlerische Feeling des Teams...Qualität dominierte bis zum bravourösen Opernballwalzerfinale...Da gab es neben vielen Bravorufen sogar stehende Ovationen und Gäste, die begeistert meinten "Einfach großartig".
Sächsische Zeitung, 03.01.2011, Crista Vogel
Farbenreiche Schumann-Variationen
Schmochtitz...Klassik und Zeitgenössisches wird im Laufe des Konzerts erklingen. Und der Bautzener Komponist und langjähriger SNE-Chef, Detlef Kobjela, wird sich überaus lobend zur qualitätsvollen Gestaltung seines "Kolo sostenuto" (Verhaltener Reigen) äußern...Verstärkt durch Bläser, folgt das 1. Klavierkonzert C-Dur op.15 von Beethoven, entstanden 1796. Ein köstlich frisches Jugendwerk des damals schon bedeutenden Pianisten und Improvisators, das im Kammerorchester und mit der meisterhaft aufspielenden Pianistin den Charakter des Freudig-Festlich-Stürmischen hervorhebt...Kadenzjubel brilliert. Finger tänzeln über Tasten, zaubern Tongebilde von unbeschreiblicher Schönheit. Ein Largo berührt mit Bläserwärme. Atemberaubende Finessen am Flügel und überschäumende Lebensfreude markieren das Rondothema des Finales. Hochform jubiliert. Das Bravo ist bestens verdient...Nach der Pause erfolgt die uraufführung der Schumann-Variationen "Von fremden Ländern und Menschen" des Komponisten Heinz Roy nach Schumanns "Kinderszenen" op. 15 für Klavier. Für das Orchester geschrieben, mit einem eleganten Klavierpart (Liana Bertók) ausgestattet, erleben die Gäste, beginnend mit dumpfen Streicherzupfen, ein farbenreiches wetteiferndes Musikgeschehen mit immer wieder erkennbarem Schumann-Melos...Mit Mozarts Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550 endet der qualitätsreiche Konzertabend-spannungsgeladen mit furioser Mozartschönheit und Freudenfeuer im Sorbischen Kammerorchester.
Sächsische Zeitung, 13.04.2010, Crista Vogel
Uraufführung von Heinz Roy mit Ovationen gefeiert
Bautzen...Sorbisches Kammerorchester und Chor des Sorbischen National-Ensembles sowie der katholische Domchor St. Petri und der weitgereiste Solo-Pianist Lars Keitel gestalteten am Donnerstag unter Dirigent Dieter Kempe einen herausragenden Konzertabend. Mit langanhaltenden Ovationen feierten die vielen Gäste bereits die anfangs erklingende Uraufführung der Robert-Schumann-Variationen op. 140 für Klavier und Orchester von Heinz Roy, die bereits 2006 entstanden...Joseph Haydns in London geschriebene D-Dur-Sinfonie Nr. 101, uraufgeführt 1794, begann mit gedämpfter Heiterkeit und Holbläserfreude, ließ im Andante mit hin und her pendelndem Metrum Beschaulichkeit und Paukenschlag erleben...Mozarts viersätziges Konzert für Klavier und Orchester Nr. 12 A-Dur KVK 414 entstand 1782 für den eigenen Konzertgebrauch. Mit dem ausdrucksstark arbeitenden Solisten und einem fantastisch musizierenden Orchester zauberte Dieter Kempe ein genussreiches Bonbon für alle Mozartfreunde. Großartig das Finale: Reichlich 50 Sänger mit ihren Leitern Karsten Sprenger und Friedemann Böhme aug dem Chorpodest. Pianist und Orchester in knisternder Spannung. Beethovens Chorfantasie c-Moll op. 80, die Chorfantasie, erklingt...Das spontane Bravo war hoch verdient. Jubelovationen wollten nicht enden.
Sächsische Zeitung , 07.04.09, Crista Vogel
20-Jährige überzeugt mit eigenem Werk
Bautzen...Eingangs erklang die A-Dur-Serenade von Johannes Brahms, uraufgeführt 1860 in Hamburg. Mit freudiger Bewegtheit und lyrisch reizvollem Holzbläsermelos begann das fünfsätzige Werk. Sprühte Lebensfreude und Übermut im Scherzo, ließ im Moll-Adagio elegisch singen und klagend aufschreien...Feinsinnig markierte das Dirigat Dieter Kempes, der vom Musikerspaß sprach, den die Arbeit an "Sciciani" mit dem 23-jährigen Valentin Butt am Solo-Akkordeon aus St. Petersburg machte...Es erklang ein durchkomponiertes Orchesterwerk mit lichten Akkordeonflair über geheimnisvollem Orchesterteppich. Klopfrhythmen steigerten die Aussage...Haydns Sinfonie D-Dur 104 bildet die Krönung seines Schaffens. Vier Sätze feinster Erfindungskraft verbanden sich mit Volkes Ton und klassischer Lebensfreude. Berührend sang das Adagio. Im Menuetto stürmte Sinnenfreude und Übermut. Endete im Allegro spirito, war Kehraus pulsierender Energie.
Sächsische Zeitung, 13.02.2007, Crista Vogel
Festival beginn mit Uraufführungen
Cottbus... Der unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters stehende "Cottbuser Musikherbst" ist am Montagabend in seine 34. Saison gestartet. In der gut besetzten Kammerbühne des Staatstheaters fand das Eröffnungskonzert statt, das vom "Sorbischen Kammerorchester Bautzen" unter der bewährten und souveränen Leitung von Dieter Kempe bestritten wurde...Die modernste Tonsprache aller Stücke dieses Konzerts fand Frank Petzold in seiner bereits 1989 komponierten "Kammersinfonie", die hier ihre Uraufführung erlebte..Hier bot sich für die Musiker die gelegenheit, ihr solistisches Können unter Beweis zu stellen...Den herzlichen Beifall des Publikums nahmen die Musiker auch für ihren seit vielen Jahren höchst engagierten Einsatz im Dienste der zeitgenössischen deutschen und sorbischen Musikkultur entgegen.
Der Märkische Bote, 06.10.2007, Dr. Bernhard Reichenbach